Montag, 21.09.2020, 09:00-10:45 Uhr / Session 1

Offizielle Eröffnung der Tagung / 09:00 - 09:15 Uhr

Mitgliederversammlung (nur für Mitglieder) / 09:15 - 10:45 Uhr

 

Montag, 21.09.2020, 11:00 - 12:00 Uhr / Session 2

Vortrag 1: Überblicksvortrag: Was ist Open Science?

Referentin: Dr. Jasmin Schmitz, ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften Köln

 „Open Science“ bedeutet zu Ende gedacht die komplette Öffnung des Forschungskreislaufs. Der Vortrag gibt einen konzisen Überblick über die einzelnen Elemente wie Öffnung der Antragsstellung, offene Methoden, offene Protokolle, offene Laborbücher, Open Peer Review, freie Zugänglichmachung von Publikationen und Forschungsdaten, offene Metriken, Open Educational Resources, Open Innovation und Citizen Science und zeigt auf, wo jeweils die spezifischen Herausforderungen bzw. was aktuelle Diskussionspunkte sind.

 
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Vortrag 2: Open Access Transformationsverträge - neue Anforderungen für die Erwerbung

Referentin: Dr. Henriette Rösch, Universitätsbibliothek Leipzig

Die DEAL-Verträge und andere Open Access Transformationsverträge stellen zahlreiche Herausforderungen an Bibliotheken. Neben der Bewältigung von Mehrbelastung durch publikationsbasierte Kostenmodelle insbesondere für die typischerweise publikationsstarken medizinführenden Hochschulen, erfordern diese Verträge in den Erwerbungsabteilungen Veränderungen in den Arbeitsabläufen und auch neue Kompetenzen. Das betrifft etwa die Themen Budgetplanung, Entwicklung von Kriterien für die Bewertung von Transformationsverträgen, die Analyse und Prognose des Publikationsoutputs, die Information an die Publizierenden über die neuen Verträge sowie die interne Verwaltung und Dokumentation publikationsbasierter Kosten.
Im Vortrag sollen die Erfahrungen der Universitätsbibliothek Leipzig mit Transformationsverträgen beschrieben sowie Lösungsansätze und Perspektiven für das Erwerbungshandeln vorgestellt werden.

 
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 Montag, 21.09.2020, 13:00 - 15:00 Arbeitskreise (nur für Mitglieder) / Session 3

Arbeitskreis der Krankenhausbibliotheken

Moderation: Dr. Christian Vogel, Linz

Begrüßung


Erfahrungsaustausch

 

Arbeitskreis der Medizinbibliotheken an Hochschulen

Moderation: Oliver Weiner, Kiel

Begrüßung


Erfahrungsaustausch



 

Dienstag, 22.09.2020, 09:00 - 10:00 Uhr / Session 4

Vortrag 3: Edukative Interventionen zur Verbesserung der Fähigkeiten zur Durchführung von Literaturrecherchen im Gesundheitsbereich: ein Scoping Review

Referenten: Julian Hirt, Institut für Angewandte Pflegewissenschaft der FHS St. Gallen (Schweiz) und Thomas Nordhausen, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

Hintergrund und Zielsetzung
Systematische Literaturrecherchen sind ein Schlüsselelement der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung, da sie die Grundlage für Erkenntnisgewinn im Rahmen von Evidenzsynthesen wie Systematic Reviews und Leitlinien bilden. Die Auswirkungen von strukturierten Schulungen und anderen Formaten von edukativen Interventionen zur Verbesserung der Qualität von Literaturrecherchen aus dem Gesundheitsbereich sind jedoch unklar. Das Ziel des vorliegenden Scoping Reviews ist es daher, edukative Interventionen zur Verbesserung der Fähigkeiten zur Durchführung von Literaturrecherchen im Gesundheitsbereich zu erfassen. Es gilt zu beantworten, was über derartige Interventionen, ihre Bestandteile sowie ihre Auswirkungen auf die Qualität von Literaturrecherchen bekannt ist.

Methoden
Es wurde ein Scoping Review zu Interventionsstudien über edukative Interventionen zur Verbesserung der Fähigkeit zur Durchführung von Literaturrecherchen durchgeführt. Die Zielgruppe waren Studierende, Forschende und Praktizierende aus dem Gesundheitsbereich sowie Fachpersonen aus dem Bibliotheks- und Informationswesen. Gesucht wurde nach Studien in deutscher und englischer Sprache ohne zeitliche Beschränkung. Von Interesse waren Outcomes einer objektiv messbaren Verbesserung der Literaturrecherche, z.B. Recherchefähigkeiten, Korrektheit der Suchstrategie, gezielte Studienfindung oder Präzision der Recherche. Durchsucht wurden CINAHL, Embase, MEDLINE, PsycINFO und Web of Science. Ergänzend wurden eine Zitationssuche der eingeschlossenen Studien mithilfe Scopus, eine freie Websuche sowie eine Kontaktierung von Fachpersonen aus dem Bibliotheks- und Informationswesen durchgeführt, um weitere Studien zu identifizieren. Die Studienauswahl erfolgte durch zwei Personen unabhängig voneinander. Um die Beschreibung der Interventionen strukturiert zu erfassen, wurden die TIDieR-Kriterien angewandt. Die Datenextraktion erfolgte durch eine Person und wurde durch eine zweite Person geprüft.

Ergebnisse
Nach Sichtung von 8.484 Publikationen konnten 14 Studien eingeschlossen werden, die zwischen 1989 und 2019 veröffentlicht wurden. Sechs Studien hatten eine Kontrollgruppe, die restlichen waren Prä-Post-Designs. Die Interventionen umfassten Schulungen, Anleitungen, Workshops, Feedback, Beratungen, ein webbasiertes Tutorium und ein Curriculum-basiertes Programm und wurden mehrheitlich von Bibliothekar*innen durchgeführt. Die untersuchten Outcomes ließen sich zwei Gruppen zuordnen: Entwicklung von Suchstrategien (z.B. angemessene Nutzung von Booleschen Operatoren, Suchbegriffen und Schlagwörtern, Entwicklung von Suchstrings) und datenbankspezifische Recherchefähigkeiten (z.B. Umgang mit MEDLINE via PubMed oder CINAHL). Alle Studien berichteten von Verbesserungen bezüglich der Recherchefähigkeiten. In den kontrollierten Studien zeigten sich statistisch signifikante Gruppenunterschiede bei der Entwicklung von Suchstrategien, jedoch nicht bei datenbankspezifischen Recherchefähigkeiten. Die Bestandteile der Interventionen wurden in den meisten Studien beschrieben, häufig fehlten jedoch Informationen zu den verwendeten Materialien und zur Expertise der Durchführenden der Intervention.

Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse zeigen ein breites Spektrum an Studiendesigns, edukativen Interventionen und deren Bestandteile sowie Studienergebnissen. Schlussfolgerungen über die positiven Effekte der identifizierten Interventionen sind aufgrund der fehlenden kritischen Bewertung der eingeschlossenen Studien nur begrenzt möglich. Zukünftige Studien zur Wirksamkeit von edukativen Interventionen zur Verbesserung von Recherchefähigkeiten sollten randomisiert kontrollierte Studiendesigns nutzen, die Interventionen detailliert beschreiben und die Wirksamkeit der Intervention auch über einen längeren Zeitraum hinweg evaluieren.


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Vortrag 4: NFDI4Health – Nationale Forschungsdateninfrastruktur für personenbezogene Gesundheitsdaten: Pilotprojekt zu Bibliotheken und Forschungsdatenkompetenzzentren als Multiplikatoren

Referentin: Birte Lindstädt, ZB MED - Informationszentrum Lebenswissenschaften, Köln

Individuelle epidemiologische Studien und klinische Studien sind im Allgemeinen hoch standardisiert und gut dokumentiert mit strukturierten, qualitätsgeprüften und kuratierten Daten. Aber: (1) Die Auffindbarkeit wird oft behindert. (2) Die Modalitäten des Datenzugriffs werden in der Regel nicht ausreichend detailliert beschrieben. (3) Epidemiologische Datenbanken sind in der Regel nicht interoperabel. (4) Datenschutzanforderungen und Grenzen, die durch die informierte Zustimmung der Studienteilnehmer festgelegt werden, schränken die Wiederverwendung von Daten ein.
Dieser Problemstellung nimmt sich das Konsortium NFDI4Health an, das im Zuge der NFDI-Initiative1 2019 einen Projektantrag bei der DFG eingereicht hat. NFDI soll die Forschungsdaten-Datenbanken von Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie (inter-)national vernetzen.

Ziele von NFDI4Health sind in diesem Kontext:
(1) Auffindbarkeit von und Zugang zu strukturierten Gesundheitsdaten ermöglichen,
(2) Föderalen Rahmen für Datenhaltungsorganisationen erhalten,
(3) Austausch und Verknüpfung von personenbezogenen Daten unter Wahrung des Datenschutzes ermöglichen,
(4) Automatisierte Dienste (z.B. Nutzung und Zugriff, Analysetools) etablieren,
(5) Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit der Daten etablieren,
(6) Anwendungsfallorientierte Zusammenarbeit zwischen Forschungsgemeinschaften fördern,
(7) Geschäftsmodelle für Nachhaltigkeit erarbeiten.

Im Antrag wurde zum Thema „Community-Einbindung“ die Idee entwickelt, Universitäts- bzw. Medizinbibliotheken als Multiplikatoren für die Beratung sowie für Schulungs- und Trainingsangebote zum Management von Daten aus epidemiologischen und klinischen Studien einzusetzen. Sie sollen als Knotenpunkte dienen, um lokal Forschende und Infrastrukturanbieter mit NFDI4Health zu verbinden. Innerhalb der ersten drei Projektjahre soll die Zusammenarbeit von NFDI4Health mit einer Medizinischen Fakultät als Pilot aufgebaut werden. Untersucht werden soll darin, wie die NFDI4Health-Ergebnisse im Hinblick auf Services sowie Ausbildungs- und Trainingsmaterialien in die relevanten Fakultäten hineingetragen werden können.

Vor dem Hintergrund des Gedankens der Arbeitsteilung und der Suche nach lokalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wird ein Konzept für eine Zusammenarbeit zwischen einem spezialisierten Data Steward an der Fakultät und dem Bibliothekspersonal, das allgemeinere (Ausbildungs-)Dienste anbietet, entwickelt. Ein Data Steward berät und unterstützt die Forschenden im Management der Daten aus epidemiologischen und
klinischen Studien gemäß der in NFDI4Health erarbeiteten Ergebnisse, während die Bibliothek generische Aspekte des Forschungsdatenmanagements vermittelt. Nach der Pilotphase soll das Data-Steward-Konzept ggf. deutschlandweit auf weitere Fakultäten ausgerollt werden.

Der Vortrag wird sowohl das Konzept von NFDI4Health als auch den geplanten Piloten zu Data Stewardship vorstellen.

 

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Dienstag, 22.09.2020, 10:30-11:30 Uhr  / Session 5

Vortrag 5: Geschrieben, publiziert, zitiert: Entwicklung Kieler medizinischer Publikationen von 2015 bis 2019 im Zeichen des Projekts DEAL

Referent: Oliver Weiner, UB Kiel

Auf Grund eines Projektes zum Zweitverwertungsrecht wurde auf die Publikationsdaten der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zugegriffen und diese analysiert. Im Fokus des Zweitverwertungsrecht-Ansatzes standen die Ermittlung der korrespondenzführenden Autoren und die Möglichkeit eines Einstellens der Publikationen in das Open-Access-Repositorium der Universitätsbibliothek Kiel (MACAU). Der ermittelte Datenbestand spiegelt die Publikationen wider, dessen Urheberschaft bei der Christian-Albrechts-Universität und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein liegt.

Im erweiterten Ansatz wurde mit dem Datenbestand die Verlagszugehörigkeit und Zitationshäufigkeit ermittelt, um diese dann über einen 5-Jahresverlauf miteinander zu vergleichen.

Bei der erweiterten Datenanalyse stand folgende Fragestellung im Fokus: Hat das DEAL-Projekt und der Elsevier-Boykott Einfluss auf die Publikationsentwicklung hinsichtlich Einreichung und Zitierhäufigkeit im Zeitrahmen 2015 bis 2019?

Projektbearbeitung: Oliver Weiner und Stefan Spoddig


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Kurzvortrag 1: Manual zur systematischen Literaturrecherche in Fachdatenbanken: drittes Update von RefHunter

Referenten: Julian Hirt, Institut für Angewandte Pflegewissenschaft der FHS St. Gallen (Schweiz) und Thomas Nordhausen, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

Hintergrund und Ziel
Systematische Literaturrecherchen in Fachdatenbanken bilden die Grundlage für evidenzbasierte Empfehlungen in der Gesundheitsversorgung und besitzen somit eine hohe klinische und ethische Relevanz. Um eine hohe methodische Qualität einer Literaturrecherche sicherzustellen, ist es notwendig, Bedienungsmodalitäten und Besonderheiten der jeweiligen Fachdatenbanken zu kennen. Das Ziel des Manuals RefHunter ist es, Forschende, Studierende, Bibliothekar*innen und andere Zielgruppen aus dem Gesundheitsbereich dabei unterstützen, sich in der Vielzahl unterschiedlicher Fachdatenbanken zurechtzufinden und datenbankspezifische Suchstrategien zu entwickeln.

Methoden
Das Manual liegt seit Januar 2020 in der vierten Version im pdf-Format vor. Berücksichtigung bei der Überarbeitung und Erweiterung fanden auch die Rückmeldungen der Nutzenden. Neben den Autoren haben 40 weitere Personen aus Forschung und Bibliothekswesen zu den zurückliegenden Aktualisierungen beigetragen.

Ergebnisse
Mittlerweile stehen tabellarische Übersichten (Informationsblätter) zu den grundlegenden und speziellen Funktionen von insgesamt 58 Fachdatenbanken zur Verfügung. Im Rahmen des dritten Updates wurden 17 weitere Fachdatenbanken in das Manual aufgenommen, darunter Dynamed, ICTRP und LILACS. Zudem wurden die bestehenden Informationsblätter anhand des vorgesehenen 2-Jahres Rhythmus aktualisiert, darunter auch MEDLINE via PubMed im Hinblick auf die neue Suchoberfläche. Ergänzt wurde das Manual um ein Flussdiagramm, das den Rechercheprozess zusammenfasst und dessen iterativen Charakter betont sowie um einen neu eingefügten Abschnitt zum Thema „Fortgeschrittene Schnellsuche“.

Schlussfolgerungen
Aufgrund der zunehmenden Menge an Inhalten erscheint eine Darstellung des gesamten Manuals in einem einzigen pdf-Dokument nicht zukunftsfähig. Geplant ist daher der Umstieg auf ein Webformat, in dem individuelle pdf-Dokumente mit den gewünschten Inhalten zusammengestellt werden können. Zukünftig sind zudem kontrollierte Bearbeitungsmöglichkeiten von Seiteninhalten durch die Nutzenden, ein Diskussionsforum zum Aufbau einer Community sowie eine englischsprachige Version von RefHunter angedacht.




Folien - Vortrag - Video

Kurzvortrag 2: LateNight@MedMa-Bib: Eintagsfliege oder lohnendes Format?

Referentin: Dr. Martina Semmler-Schmetz, Bibliothek der Medizinischen Fakultät Mannheim

Schon seit ein paar Jahren wünschten sich die Studierenden unserer Fakultät eine eigene Veranstaltung ähnlich der an vielen Universitätsbibliotheken etablierten jährlichen „Langen Nacht der Hausarbeiten“. Aber würden Nutzen und Zufriedenheit der Studierenden den Aufwand für eine Fakultätsbibliothek rechtfertigen? Wir haben es 2019 ausprobiert. Der Kurzvortrag geht auf Konzept, Rahmenbedingungen, Programmspektrum und Öffentlichkeitsarbeit für unsere erste LateNight@MedMa-Bib ein. Was lief gut, was weniger gut? Welche Anregungen haben wir mitgenommen? Und wird es Folgeveranstaltungen geben?


Folien - Video

Kurzvortrag 3: Corona – The Real Story. Was wirklich hinter dem Virus steckt und wie das geheime Wissen der medizinischen Bibliotheken jetzt die Welt retten kann. Welche Rolle spielen Nixon, Tschernobyl und betriebliche Gesundheitsförderprogramme?

Referent: Dr. Christian Vogel, Medizinische Bibliothek der Vinzenz Gruppe, Ordensklinikum Linz GmbH Barmherzige Schwestern

 

Dienstag, 22.09.2020, 13:30 - 15:00 Uhr / Session 7

Moderation: Dr. Iris Reimann

Berichte aus AG EBM, ZB MED, EAHIL, Arbeitskreisen

Bericht ZB MED: Folien - Video
Bericht EAHIL: Folie

Preisverleihung Leuchtturmwettbewerb 2020

Posterprämierung

Danksagungen und Schlusswort